Die USA sehen sich derzeit einem gravierenden Problem gegenüber, das den Luftverkehr und die Sicherheit an den Flughäfen massiv beeinträchtigt. Der Shutdown des Department of Homeland Security (DHS) dauert mittlerweile 24 Tage und hat bereits weitreichende Folgen für die Reisenden und die Mitarbeiter der Transportbehörde. Rund 100.000 Arbeitskräfte, darunter TSA-Mitarbeiter, stehen zum dritten Mal in sechs Monaten ohne Gehalt da. Dies führt zu einem eklatanten Personalmangel, der sich in stundenlangen Sicherheitskontrollen an Flughäfen niederschlägt. Reisende berichten von Wartezeiten von bis zu vier Stunden, insbesondere am William P. Hobby Airport in Houston, wo die Schlangen durch mehrere Etagen und in die Parkgarage reichen. Auch am Louis Armstrong New Orleans International Airport sind die Warteschlangen so lang, dass sie kaum zu bewältigen sind. Hartsfield-Jackson Atlanta International Airport meldet ebenfalls lange Wartezeiten und Verzögerungen, was reißen die Nerven der Passagiere und führt dazu, dass Flüge verpasst werden. Die Sicherheitslage der Amerikaner könnte durch diesen Shutdown ernsthaft gefährdet sein, da auch andere Bundesbehörden wie FEMA und die US-Küstenwache betroffen sind. Trotz der Verhandlungen der Demokraten zur parteiübergreifenden Finanzierung des DHS kam es zu einem Abbruch der Gespräche (Quelle).
Die Situation an den Flughäfen ist angespannt. Bei den Sicherheitskontrollen, die durch den Personalmangel bei der Transportation Security Administration (TSA) bedingt sind, müssen Reisende mit Wartezeiten von bis zu drei Stunden rechnen. Am vergangenen Sonntag passierten fast 2,8 Millionen Reisende die TSA-Kontrollen, was den geschäftigsten Tag seit dem 4. Januar markierte. Angesichts der Frühlingsferien, in denen typischerweise mehr Verkehr an den Flughäfen herrscht, raten einige Flughäfen den Reisenden, mindestens drei bis fünf Stunden vor dem Flug zu erscheinen. Am Houston Hobby Airport etwa können Wartezeiten von bis zu 180 Minuten nicht ausgeschlossen werden. Für die Reisenden, die in der Schlange stehen, wurden Kekse und Wasser zur Verfügung gestellt, während sie die langen Wartezeiten überstehen mussten. In sozialen Medien kursieren mittlerweile zahlreiche Fotos und Videos von den Warteschlangen (Quelle).
Flugverkehrsreduzierung in Sicht
Die Auswirkungen des Shutdowns sind nicht nur auf die langen Warteschlangen an den Sicherheitskontrollen beschränkt. Ab Freitag wird der Flugverkehr in den USA aufgrund des Personalmangels an Flughäfen eingeschränkt. Die US-Luftfahrtbehörde FAA plant eine Reduzierung des Flugverkehrs um zehn Prozent an 40 Flughäfen, darunter auch große Drehkreuze wie Atlanta, Denver und Dallas. In Städten wie New York, Houston und Chicago sind ebenfalls mehrere Flughäfen betroffen. Fluglotsen und TSA-Mitarbeiter, die seit zwei Monaten kein Gehalt erhalten, melden sich zunehmend krank, was die Situation weiter verschärft. FAA-Chef Bryan Bedford hat erklärt, dass er in seiner 35-jährigen Karriere eine derartige Lage noch nie erlebt hat. Große Fluggesellschaften und die gesamte Reisebranche fordern den Kongress eindringlich auf, die Haushaltssperre zu beenden, um weiteren Chaos an Flughäfen zu vermeiden (Quelle).
Die aktuelle Haushaltssperre ist die längste in der US-Geschichte und betrifft rund 1,4 Millionen Bundesmitarbeiter. Verkehrsminister Sean Duffy hat die Flugsicherungskräfte aufgefordert, trotz der finanziellen Schwierigkeiten zur Arbeit zu kommen, was jedoch angesichts der anhaltenden Probleme eine Herausforderung darstellt. Die Lage könnte sich vor den Feiertagen im November, insbesondere vor Thanksgiving, weiter zuspitzen und zu einem regelrechten Chaos an den Flughäfen führen. Der benötigte neue Etat, um die Haushaltssperre zu beenden, bleibt bislang unbeschlossen.