Die Migration in die USA hat sich in den letzten Jahren dramatisch verändert. Ein historischer Rückgang der Netto-Migration ist zu verzeichnen, der in allen metropolitanen Gebieten des Landes sichtbar ist. Laut einer aktuellen Veröffentlichung des White House kam es im letzten Jahr zu einem nahezu vollständigen Stillstand der Einwanderung im Laredo-Metropolgebiet an der texanischen Grenze. Auch in El Centro, einem traditionellen Zugangspunkt nach Kalifornien, verloren die USA mehr Menschen an andere Länder, als sie gewannen. Die Daten zeigen, dass die Netto-Einwanderungsrate in Denver und den Vororten um fast drei Viertel fiel, während im Raum Chicago die Netto-Einwanderungsrate um fast zwei Drittel gesenkt wurde. Diese Entwicklungen werden als Erfolge der Politik von Präsident Donald J. Trump zur Sicherung der Grenzen betrachtet, die im Übrigen auch dazu führten, dass die illegalen Grenzübertritte auf dem niedrigsten Stand seit den 1970er Jahren sind. Für das letzte Jahr verzeichneten die USA zum ersten Mal seit mindestens 50 Jahren eine netto negative Migration, was als Umkehrung jahrzehntelanger offener Grenzen wahrgenommen wird, die amerikanische Arbeiter belasteten und öffentliche Ressourcen strapazierten (White House).
Die aktuellen Schätzungen des U.S. Census Bureau unterstreichen diesen Trend. Die Netto-Internationale Migration (NIM) erreichte im Jahr 2024 einen Höchststand von 2,7 Millionen, sank jedoch auf nur noch 1,3 Millionen im Jahr 2025. Prognosen deuten darauf hin, dass dieser Trend bis 2026 noch weiter anhalten könnte, mit einer geschätzten Netto-Migration von etwa 321.000. Der Rückgang ist sowohl auf eine Verringerung der Einwanderung als auch auf einen Anstieg der Auswanderung zurückzuführen. Diese Daten sind besonders relevant, da sie die demografischen Veränderungen seit der Volkszählung 2020 widerspiegeln und die Berechnung der NIM an die aktuellen Gegebenheiten angepasst wurde, um flexibler auf kurzfristige Schwankungen in der Migration zu reagieren (Census Bureau).
Historische Einblicke in die Migration
Der Blick auf die Geschichte der Migration in die USA zeigt, dass über 50 Millionen internationale Migranten im Jahr 2020 in den USA lebten, mehr als in jedem anderen Land der Welt. Migration hat die Geschichte und Entwicklung der USA tiefgreifend geprägt. Bis etwa 1880 kamen überwiegend Menschen aus West- und Nordeuropa, während seit den 1980er Jahren die meisten Immigranten aus asiatischen und hispanischen Ländern stammen. Die ethnische Zusammensetzung der USA hat sich dadurch verändert; das traditionelle Bild des „melting-pot“ wird zunehmend durch das Konzept der Multikulturalität, oft als „salad-bowl“ bezeichnet, ersetzt.
Die US-Politik war lange Zeit offen für Migration und förderte diese durch Gesetze wie den Homestead Act. Doch Rassismus und politische Umwälzungen führten zu Zuwanderungsgesetzen, die bestimmte Gruppen diskriminierten. Die Gesetze von 1917, 1921 und 1924 schränkten die Einwanderung stark ein. Diese Entwicklungen führten in der Folge zu einem Rückgang der Zahl der Immigranten, was zwischen 1910 und 1970 zu stagnierenden Zahlen führte (Statista).
Heutzutage sind die politischen Kontroversen über Migration in den USA nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 und den politischen Maßnahmen von Präsident Trump, wie etwa dem Einreisestopp für Bürger bestimmter muslimischer Länder, wieder in den Fokus gerückt. Trotz dieser Entwicklungen bleibt die Frage, wie sich die zukünftige Migrationspolitik gestalten wird, weiterhin aktuell und herausfordernd für die US-amerikanische Gesellschaft.