Am 26. Februar 2026 reiste Tommy Robinson, besser bekannt als Stephen Yaxley-Lennon, nach Washington D.C., um dort als Gast von Joe Rittenhouse, einem Berater im Außenministerium, Kontakte zu knüpfen. Robinson, der als Bürgerjournalist und Mitbegründer der English Defence League (EDL) bekannt ist, kritisierte in diesem Zusammenhang die negative Berichterstattung der traditionellen Medien über seinen Besuch. In den letzten Jahren hat Robinson verstärkt auf die massenhaften Übergriffe von Migranten auf britische Kinder hingewiesen und ist aufgrund seiner umstrittenen Ansichten und rechtsextremen Verbindungen eine polarisierende Figur in der britischen Politik geworden.
Während seines Aufenthalts in Washington äußerte Robinson, dass er anstrebe, „Allianzen und Freundschaften“ zu bilden und kündigte an, nach seinem Aufenthalt in der Hauptstadt nach Florida zu reisen. Diese Reise ist besonders bemerkenswert, da Robinson erst kürzlich von einem Terrorvorwurf freigesprochen wurde, nachdem er sich geweigert hatte, sein Mobiltelefon der Polizei zu übergeben. Seine Vergangenheit ist durch verschiedene rechtliche Probleme geprägt, darunter Verurteilungen wegen Verwendung eines gefälschten Passes, Stalking und Missachtung des Gerichts. Zudem war der Besuch Teil einer breiteren Agenda der Trump-Administration, die sich für „freie Rede“ in Ländern einsetzt, in denen Stimmen unterdrückt werden. Robinson selbst hat auf sozialen Medien betont, dass die gegenwärtige US-Regierung an die Freiheit der Meinungsäußerung glaubt.
Politische Verbindungen und Kontroversen
Robinsons Treffen mit Rittenhouse wirft Fragen über die Visa-Bestimmungen auf, insbesondere vor dem Hintergrund, dass Rittenhouse in der Vergangenheit Visa für Personen widerrufen hat, die als unerwünscht galten. Diese Situation wird noch komplizierter durch die Tatsache, dass Robinson, der in der Vergangenheit aufgrund seiner extremen Ansichten von sozialen Medien verbannt wurde, nun wieder eine Plattform hat, um seine Botschaft zu verbreiten. Robinson selbst äußerte sich über die Berichterstattung der britischen Presse, indem er behauptete, deren Einfluss nehme ab.
Sein Besuch kommt sechs Jahre nach einem gescheiterten Versuch, Washington zu besuchen, der aufgrund von Visa-Problemen scheiterte. Robinson zeigte sich glücklich, in den USA zu sein und bezeichnete diesen Aufenthalt als einen lange gehegten Traum. Diese Reise fällt zudem in eine Zeit, in der Robinson aufgrund von Drohungen, die mit dem Islamischen Staat in Verbindung stehen, von Großbritannien weggezogen ist. Die britische Polizei hat ihn über diese Bedrohung informiert, ihm jedoch untersagt, präventive Maßnahmen zu ergreifen oder Waffen zu besitzen, da dies im Vereinigten Königreich illegal ist.
Einblick in Robinsons Hintergrund
Robinsons Werdegang ist tief verwurzelt in der Hooliganszene des Luton Town Fußballklubs. Sein Übertritt in die Politik begann 2009 mit der Gründung der EDL, die als Anti-Migrationsbewegung gilt und als Vorläufer von Pegida angesehen wird. Über die Jahre hat Robinson in verschiedenen politischen Parteien, darunter die UK Independence Party und „For Britain“, mitgewirkt. Seine Ideologie ist stark von Nationalismus geprägt und er hat ein negatives Bild von Migration und dem Islam propagiert.
Die EDL, die Robinson ins Leben rief, hatte bereits Kontakte zu Anders Behring Breivik, dem norwegischen Attentäter von 2011, und wird oft mit steigenden Hassverbrechen und rechtsextremen Strömungen in Verbindung gebracht. Experten beschreiben Robinson als eine Art Messias, der das britische Volk „retten“ möchte, während seine Anhänger an die Macht der Straße glauben, wie sie während der Pegida-Proteste in Sachsen sichtbar wurde. Trotz seiner Kontroversen hat Robinson eine treue Anhängerschaft, die seine Ansichten teilt und ihm durch soziale Medien eine Plattform bietet, um seine Botschaft zu verbreiten.
Robinsons Besuch in den USA und die Unterstützung durch die Trump-Administration verdeutlichen die Komplexität der politischen Landschaft und wie internationale Verbindungen die Debatte über Meinungsfreiheit und Extremismus beeinflussen können. Während einige die Bemühungen um „freie Rede“ loben, warnen andere vor den Gefahren, die von der Normalisierung extremistischer Ansichten ausgehen.