Heute ist der 16.02.2026. In einem bemerkenswerten Schritt haben die chinesischen Behörden bekannt gegeben, dass kanadische Bürger ab Dienstag, dem 18. Februar, visumfrei nach China reisen können. Diese Regelung gilt für Aufenthalte von bis zu 30 Tagen und ist bis Ende 2026 gültig. Außenministerin Anita Anand bestätigte die Ankündigung in einem Beitrag auf der Plattform X und betonte die Bedeutung dieser Erleichterung für Reisende und die Stärkung der bilateralen Beziehungen zwischen Kanada und China. Die Regelung betrifft nicht nur Geschäftsreisen und Tourismus, sondern auch Besuche von Familie und Freunden sowie Austausch- und Transitaktivitäten (Breitbart, CBC).

Die visumfreie Einreise ist ein bedeutender Schritt, insbesondere nachdem die Einreise nach China für die meisten kanadischen Touristen zuvor einen langwierigen Antragsprozess und Gebühren von etwa 140 US-Dollar erforderte. Diese Entscheidung kommt nach Jahren diplomatischer Spannungen, die 2018 begannen, als Kanada die Huawei-Managerin Meng Wanzhou festnahm. Trotz der anhaltenden Sicherheitsbedenken, die von kanadischen Geheimdiensten hinsichtlich Chinas geäußert werden, war die visumfreie Einreise eine Verpflichtung, die während des Besuchs von Premierminister Mark Carney in Peking im Januar 2026 vereinbart wurde. Carney hatte dabei auch Gespräche mit Präsident Xi Jinping über die Verbesserung der bilateralen Beziehungen geführt (GayaOne).

Die wirtschaftlichen Implikationen

Die Eröffnung für visumfreies Reisen wird nicht nur für die Reisenden von Bedeutung sein, sondern könnte auch der kanadischen Tourismusbranche wirtschaftliche Impulse verleihen. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass China in den letzten Jahren die Visabestimmungen für andere westliche Länder gelockert hat, um den Tourismus nach der COVID-19-Pandemie zu fördern. Der Besuch von Premierminister Carney führte zudem zu einem umfassenden wirtschaftlichen Paket, das den Import von chinesischen Elektrofahrzeugen nach Kanada und eine Tarifsenkung für kanadische Agrarprodukte wie Raps beinhaltete. Diese Regelungen schaffen einen privilegierten Zugang für Kanada zum chinesischen Markt und bieten Exportmöglichkeiten im Wert von fast 3 Milliarden Dollar für kanadische Landwirte und die Lebensmittelindustrie (CBC, GayaOne).

Die Vereinbarung zur visumfreien Einreise ist Teil eines größeren Pakets zur Behebung von Handelsbarrieren, die nach Kanadas Zöllen auf chinesische Elektrofahrzeuge sowie Stahl- und Aluminiumimporte im Jahr 2024 entstanden sind. In Reaktion darauf hatte China erhöhte Importkosten für kanadisches Rapsöl und Rapsschrot auferlegt. Die aktuellen Maßnahmen, die bis Ende 2026 gelten, versprechen, die Handelsbeziehungen zwischen beiden Ländern zu verbessern und die wirtschaftliche Zusammenarbeit zu stärken.

Ein neuer diplomatischer Kurs

Carneys offizieller Besuch in China war die erste Reise eines kanadischen Regierungschefs seit acht Jahren und wurde von den chinesischen Staatsmedien als Streben nach „strategischer Autonomie“ Kanadas interpretiert. Während seines Aufenthalts unterzeichnete Carney insgesamt acht Absichtserklärungen in den Bereichen Energie, Tourismus und Handel. Diese Entwicklungen deuten darauf hin, dass Kanada trotz bestehender Spannungen bereit ist, die Beziehungen zu China zu vertiefen, was auch durch die Unterzeichnung bedeutender Handelsabkommen im September unterstrichen wird. Die visumfreie Einreise könnte somit als Anreiz für weitere Handelsverhandlungen und als Symbol für eine mögliche Normalisierung der Beziehungen zwischen beiden Ländern interpretiert werden (GayaOne).

Insgesamt zeigt diese Entwicklung, dass trotz der Herausforderungen und Bedenken, die mit der Beziehung zu China verbunden sind, sowohl Kanada als auch China bereit sind, neue Wege in der Zusammenarbeit zu beschreiten. Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich diese Vereinbarung auf die bilateralen Beziehungen und die wirtschaftliche Zusammenarbeit auswirken wird.