Heute ist der 17.03.2026. In den letzten Jahren hat die britische Regierung zunehmend mit Herausforderungen in Bezug auf ihre politische Integrität und die Wahrnehmung von Extremismus zu kämpfen. Edmund Fitton-Brown, ein ehemaliger Diplomat und Senior Fellow bei der Foundation for Defense of Democracies, hat kürzlich auf eine „strange topsy-turvy morality“ hingewiesen, die dazu führt, dass Verbündete als Feinde behandelt werden. Er äußert ernsthafte Bedenken über die britische Zivilverwaltung, die seiner Meinung nach von einem „Islamist entryism“ durchzogen ist. Diese Entwicklung, so Fitton-Brown, ist symptomatisch für eine systemische Voreingenommenheit gegen Israel und ein wachsendes Problem des Antisemitismus in der Gesellschaft. Er war von 1984 bis 2017 im britischen Außenministerium tätig und warnt, dass diese Unsicherheiten in der Zivilverwaltung zu einer strategischen Lähmung der britischen Regierung führen könnten. Laut seiner Einschätzung bemerken auch die USA und Golfstaaten die mangelnde Entschlossenheit Großbritanniens, was die internationale Einflussnahme betrifft. Präsident Donald Trump hat wiederholt die britische Regierung für ihre Versäumnisse in der Sicherung der Seewege im Nahen Osten kritisiert, insbesondere in Bezug auf die Bereitstellung von Minensuchbooten.

Diese Situation wird durch eine wachsende Unzufriedenheit und ein tiefes Misstrauen gegenüber britischen Institutionen weiter verschärft. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von Desinformation bis hin zur ideologischen Homogenität unter Fachleuten. Ein unterbewerteter Aspekt dieser ideologischen Abweichung ist der Einfluss des inländischen Islamismus auf staatliche und zivilgesellschaftliche Institutionen. Der Begriff „Entryism“, der ursprünglich mit der extremen Linken in Verbindung gebracht wurde, wird auch im Kontext des Islamismus diskutiert. Historisch gesehen gab es extreme Positionen zu diesem Thema: entweder völlige Ablehnung oder übertriebene Alarmierung. Der verstorbene Yusuf al-Qaradawi, spiritueller Führer der Muslimbruderschaft, erklärte, dass ihre Bewegung Europa und Amerika durch Dawah (Missionierung) erobern wolle.

Die Rolle islamistischer Organisationen

Interne Dokumente der Muslimbruderschaft zeigen, dass sie darauf abzielt, in soziale Dienste einzudringen und die Kontrolle über lokale Machtzentren durch institutionelle Maßnahmen zu erlangen. In Großbritannien wird Jamaat-e-Islami, eine südasiatische Organisation, als besonders einflussreich angesehen. Journalisten, die 2010 undercover in die mit Jamaat-e-Islami verbundene Islamic Forum of Europe in Tower Hamlets gingen, erhielten Anweisungen zur Veränderung der Regierungsbasis. Die Ziele dieser Organisationen sind oft unrealistisch, doch die Schäden, die durch ihre Aktivitäten verursacht werden, sind real. Aktivisten islamistischer Bewegungen werden systematisch in verschiedene Regierungs- und lokale Institutionen eingeladen, um ihre Agenda zu fördern, die unter anderem die Bekämpfung von Islamophobie und das Verharmlosen jihadistischer Terrorakte umfasst.

Obwohl diese Aktivisten nicht nach einem Kalifat streben, zeigen ihre Methoden eine schrittweise Orientierungsbewegung der Institutionen in Richtung ihrer Ziele. Trotz der Rhetorik über Kohäsion und Toleranz halten islamistische Aktivisten die Demokratie in geringer Achtung und betrachten sie als Mittel zum Zweck. Es ist entscheidend, dass die Verantwortlichen in den Institutionen sich der Partner bewusst sind, mit denen sie zusammenarbeiten.

Neue Definition von Extremismus

Die britische Regierung hat derweil eine neue offizielle Definition von Extremismus eingeführt, die seit dem heutigen Donnerstag gilt. Extremismus wird nun definiert als die „Förderung oder Weiterentwicklung einer auf Gewalt, Hass oder Intoleranz basierenden Ideologie“, deren Ziel die Beschädigung oder Zerstörung der Grundrechte von Menschen oder die Untergrabung des britischen Systems der liberalen parlamentarischen Demokratie ist. Diese Neudefinition zielt hauptsächlich auf Islamisten und Rechtsextreme ab und soll bestimmte Gruppen von staatlichen Subventionen und Veranstaltungen mit Regierungsmitgliedern ausschließen.

Der Hintergrund dieser Entscheidung sind die Angriffe gegen Juden und Muslime, die seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 zugenommen haben. Premierminister Rishi Sunak warnte vor Kräften, die versuchen, die Gesellschaft zu spalten. Während Bürgerrechtler und die Opposition das Vorgehen der Regierung kritisieren, äußerte Zara Mohammed, Vorsitzende des Muslim Council of Britain (MCB), Bedenken, dass diese Definition Muslime unfair ins Visier nehmen könnte. Die Regierung hat bereits ihre Kontakte zum MCB eingeschränkt, was von den Erzbischöfen von Canterbury und York als potenzielle Spaltung der Gesellschaft gewertet wird.

Zusammenfassend zeigt sich, dass Großbritannien an einem kritischen Punkt steht, an dem gesellschaftliche Spannungen und politische Unsicherheiten die Integrität und die Stabilität der britischen Institutionen gefährden. Es bleibt abzuwarten, wie die Regierung auf diese Herausforderungen reagieren wird.