Im Vereinigten Königreich nehmen die Sozialleistungen für Haushalte mit ausländischen Staatsangehörigen besorgniserregend zu. Wie aktuelle Daten des britischen Department of Work and Pensions (DWP) zeigen, haben Haushalte mit mindestens einem Migranten im aktuellen Monat nahezu 1 Milliarde Pfund an Universal Credit-Leistungen beantragt. Konkrete Zahlen belegen, dass es sich um 941 Millionen Pfund handelt, was einen drastischen Anstieg im Vergleich zu den 461 Millionen Pfund im März 2022 darstellt. Dies ist ein Anstieg von über 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr, als die Zahlungen noch bei 726 Millionen Pfund lagen. Der Anteil der Haushalte mit ausländischen Staatsangehörigen an den Gesamtzahlungen für Universal Credit beläuft sich nun auf 15,5 Prozent, im Vergleich zu 14,1 Prozent vor vier Jahren (Breitbart).
Der Anstieg der Sozialleistungen hat sowohl in der Öffentlichkeit als auch in der Politik für Diskussionen gesorgt. Der ehemalige Gesundheitsminister Neil O’Brien hat Bedenken über das schnelle Wachstum der Sozialausgaben und die Migration geäußert. Ein Labour-Abgeordneter, Graham Stringer, hat eine Neubewertung der Ausgaben für ausländische Antragsteller gefordert, insbesondere im Hinblick auf mögliche Kürzungen bei Sozialleistungen für britische Bürger. Berechnungen deuten darauf hin, dass die Sozialausgaben für Haushalte mit Migranten in nur zwei Monaten die gesamten Einsparungen durch Kürzungen bei Winterhilfen für britische Rentner übersteigen könnten. Nigel Farage von der Reform UK-Partei hat gar vorgeschlagen, das unbefristete Aufenthaltsrecht abzuschaffen und stattdessen ein amerikanisches fünfjähriges Arbeitsvisum einzuführen, um die Sozialleistungen auf britische Staatsbürger zu beschränken (Breitbart).
Der Kontext der Migration im Vereinigten Königreich
Ein Blick auf die umfassenderen Migrationsstatistiken zeigt, dass die britische Regierung im Juli 2025 erstmals detaillierte Daten über nicht-UK-Staatsangehörige, die Universal Credit beantragen, veröffentlicht hat. Von 7,9 Millionen Universal Credit-Empfängern im Juni 2025 waren etwa 1,3 Millionen keine UK- oder irischen Staatsbürger, was 16,4% der Gesamtzahl entspricht. Die Daten belegen, dass Migranten aus verschiedenen Einwanderungskategorien kommen, darunter das EU Settlement Scheme und Flüchtlinge, wobei die meisten Migranten in niedriglohnenden Berufen arbeiten und oft Schwierigkeiten haben, Vollzeitbeschäftigung zu finden (UK Benefits).
Die Themen Einwanderung und Sozialleistungen sind besonders seit dem Brexit von hoher Brisanz. Die Entscheidung des britischen Volkes, am 23. Juni 2016 für den Austritt aus der Europäischen Union zu stimmen, war stark von Bedenken über Migration geprägt. Am 31. Dezember 2020 endete die Freizügigkeit für EU-Bürger, und ein neues „punktebasiertes“ Einwanderungssystem wurde eingeführt, das qualifizierte Arbeitskräfte priorisiert. Trotz dieser Maßnahmen ist die Gesamtzuwanderung ins Vereinigte Königreich seit dem Brexit gestiegen, wobei der Wanderungssaldo 2022 schätzungsweise 606.000 Personen betrug und im November 2023 auf 745.000 korrigiert wurde (Bundeszentrale für politische Bildung).
Politische Reaktionen und Ausblick
Die Zuwanderung und die damit verbundenen Sozialausgaben sind zu einem zentralen Thema in der politischen Debatte geworden. Premierminister Rishi Sunak hat das „Stoppen der Boote“ zu einem politischen Versprechen gemacht, während die Regierung Gesetze erlassen hat, die es Asylbewerbern erschweren, im Vereinigten Königreich einen Antrag zu stellen. Die Herausforderungen im Zusammenhang mit Migration und Sozialleistungen werden voraussichtlich auch weiterhin die politische Agenda im Vereinigten Königreich prägen, insbesondere angesichts der hohen Nettomigration, die etwa doppelt so hoch ist wie vor dem Brexit (Bundeszentrale für politische Bildung).
Insgesamt stehen die britische Regierung und die Gesellschaft vor einer enormen Herausforderung, sowohl in Bezug auf die Integration von Migranten als auch die Sicherstellung eines fairen Sozialleistungssystems, das den Bedürfnissen sowohl der einheimischen Bevölkerung als auch der Migranten gerecht wird.



