Heute ist der 18.02.2026. In Kuba hat das tägliche Leben einen kritischen Punkt erreicht, da das Land unter einer schweren Energiekrise leidet. Diese Krise wurde durch die US-Sanktionen gegen die Ölversorgung Kubas und die Blockade von Öllieferungen aus Venezuela, die historisch gesehen der wichtigste Öl-Partner Kubas war, weiter verschärft. Die Situation ist so ernst, dass die kubanische Luftfahrtbehörde bereits vor einem Mangel an Jet-Treibstoff gewarnt hat, was dazu führt, dass zahlreiche Fluggesellschaften ihre Verbindungen nach Kuba einstellen.
Um Unterstützung zu suchen, reiste der kubanische Außenminister Bruno Rodríguez nach Russland, wo er sich mit dem russischen Außenminister Sergey Lavrov traf. Ziel des Treffens war es, mögliche Öl-Lieferungen aus Russland zu besprechen, da Kuba aufgrund des Sturzes von Nicolás Maduro in Venezuela mit einem akuten Mangel an ölbasierenden Brennstoffen konfrontiert ist. Lavrov kritisierte die US-Politik, die darauf abzielt, ausländische Unterstützung für Kuba zu unterbinden, und bezeichnete die gegen Drittstaaten verhängten Zölle als „inakzeptabel“.
Unterstützung von Russland?
Trotz der Bemühungen, neue Öllieferanten zu finden, hat Kuba bisher keinen Erfolg gehabt. Berichten in russischen Medien zufolge könnte Russland in Erwägung ziehen, Kuba mit Öl zu unterstützen, da die US-Zölle Russland nicht betreffen würden. Allerdings gibt es bislang keine offizielle Bestätigung für eine solche Unterstützung. Die Lage in Kuba bleibt angespannt, insbesondere da Mexiko, ein früherer Öl-Lieferant, seine Lieferungen eingestellt hat und stattdessen humanitäre Hilfspakete anbietet.
Die humanitäre Situation in Kuba hat sich dramatisch verschlechtert, besonders seit der COVID-19-Pandemie. Stromausfälle sind an der Tagesordnung, und viele Menschen müssen mit nur wenigen Stunden Elektrizität pro Tag auskommen. Isben Peralta, ein Pizzabäcker aus Ciego De Avila, beschreibt die Situation als sehr schlecht, mit unzureichenden Löhnen, um Lebensmittel zu kaufen. Auch viele Geschäfte haben geöffnet, doch die Anpassungsfähigkeit der Kubaner wird auf eine harte Probe gestellt.
Die Rolle der USA
Die US-Politik wird von vielen als zynisch betrachtet, da sie Energie als Waffe einsetzt, um die kubanische Regierung unter Druck zu setzen. Nach der Festnahme von Nicolás Maduro durch die USA haben die Sanktionen gegen Öl-Lieferungen nach Kuba erheblich zugenommen. Politikwissenschaftler Bert Hoffmann warnt, dass ohne Treibstoff lebenswichtige Güter und Dienstleistungen, wie Lebensmittel und medizinische Versorgung, gefährdet sind. Die US-Regierung verfolgt offenbar das Ziel, Kuba zu Verhandlungen zu zwingen, doch eine klare Perspektive auf eine Lösung scheint momentan nicht in Sicht.
Die Kommunistische Partei Kubas, die seit über 67 Jahren an der Macht ist, hat Schwierigkeiten, die Kontrolle über die Situation zu behalten, insbesondere in der von ihr kontrollierten Tourismusindustrie, die durch die Treibstoffknappheit stark betroffen ist. Wichtige Fluggesellschaften haben ihre Flüge nach Kuba eingestellt, was die Zahl der Touristen erheblich verringert und damit auch die Wirtschaft des Landes weiter belastet.
Insgesamt zeigt sich, dass Kuba in einer äußerst kritischen Lage steckt, die durch internationale Politik und interne Herausforderungen zusätzlich verkompliziert wird. Die kommenden Wochen und Monate werden entscheidend sein, um zu sehen, ob und wie Kuba aus dieser Krise herauskommt und ob Russland tatsächlich bereit ist, Unterstützung zu leisten, um die humanitäre Lage der kubanischen Bevölkerung zu verbessern.