Am 25. Februar 2026 hat die US-Politikerin Pramila Jayapal (D-WA) eine deutliche Position bezogen, indem sie die State of the Union Ansprache von Präsident Donald Trump boykottierte. Stattdessen besuchte sie das Event „People’s State of the Union“ am National Mall, das von progressiven Aktivistengruppen organisiert wurde. Jayapal nutzte die Gelegenheit, um sich für die Rechte von transgender Minderjährigen einzusetzen, die ihrer Meinung nach unter erheblichem Mobbing leiden. Sie sprach dabei auch über ihr eigenes Kind, das sich als „gender nonconforming“ identifiziert. In ihrer Rede kritisierte sie die Behauptung, dass „trans Kinder“ für die steigenden Mietpreise verantwortlich seien, und machte stattdessen die Millionäre dafür verantwortlich. Trump hingegen forderte während seiner Ansprache ein Ende der Geschlechtsverheimlichung in Schulen, die es erlauben, dass Kinder ohne elterliche Zustimmung Geschlechtsidentität wechseln können. Er warf den Demokraten vor, seinen Vorschlag zur Ban von Übergängen gegen den Willen der Eltern nicht zu unterstützen und bezeichnete sie als „verrückt“.
Die Thematik der Rechte von trans Personen wird zunehmend in der US-amerikanischen Politik aufgegriffen. Am 11. Februar 2026 haben Senator Edward J. Markey (D-Mass.) und Jayapal die „Transgender Bill of Rights“ erneut eingebracht. Diese Resolution zielt darauf ab, die Rechte von transgender und nonbinären Personen zu schützen und zu kodifizieren. Ziel ist es, den Zugang zu medizinischer Versorgung, Unterkünften, Sicherheit und wirtschaftlicher Sicherheit für trans Personen zu gewährleisten. Unterstützt wird die Resolution von wichtigen Organisationen wie der American Civil Liberties Union (ACLU) und Advocates for Trans Equality (A4TE). Die Dringlichkeit dieser Maßnahme wird durch die alarmierenden Zahlen von 2025 unterstrichen, als 1.022 anti-trans Gesetze in 49 Bundesstaaten und auf Bundesebene eingebracht wurden. Aktuell sind 648 dieser Gesetze aktiv, die die Gesundheitsversorgung von trans Jugendlichen gefährden.
Die Lage von Trans*-Personen in Deutschland
Die Situation für trans und nicht-binäre Personen ist nicht nur in den USA angespannt. Auch in Deutschland sind die Herausforderungen groß, wie die Ergebnisse des dritten großen LGBTI-Surveys der EU-Grundrechteagentur (FRA) zeigen. Diese Studie, die am 14. Mai 2024 veröffentlicht wurde, erfasste über 100.000 Antworten aus 30 Ländern, darunter auch etwa 17.000 Teilnehmer aus Deutschland. Die Ergebnisse zeigen, dass 65 % der trans Frauen und 64 % der trans Männer in den letzten 12 Monaten Diskriminierung erfahren haben. Die Studie dokumentiert auch, dass 16 % der trans Frauen und 8 % der trans Männer im letzten Jahr Belästigungen erlitten haben. Daher ist der Bedarf an rechtlicher Unterstützung und gesellschaftlicher Akzeptanz drängend.
Ein weiterer alarmierender Punkt ist die hohe Rate an Gewalt gegenüber trans Personen. Sie sind viermal häufiger von gewalttätigen Übergriffen betroffen als cisgender Personen, und über 40 % der Trans-Personen haben Suizidversuche unternommen. Diese Zahlen unterstreichen die Notwendigkeit für umfassende gesetzgeberische Maßnahmen, wie sie in der amerikanischen Transgender Bill of Rights angestrebt werden. Auch in Deutschland sind Schritte zur Verbesserung der Lebensbedingungen und zum Schutz der Rechte von trans und nicht-binären Personen mehr als notwendig.
Insgesamt erfordert die aktuelle politische Lage sowohl in den USA als auch in Deutschland ein verstärktes Bewusstsein und Engagement für die Rechte von trans Personen, um Diskriminierung und Gewalt entgegenzuwirken. Die Initiativen von Politikerinnen wie Pramila Jayapal und die Unterstützung durch eine Vielzahl von Organisationen zeigen, dass ein Wandel möglich ist, wenn sich genügend Menschen für die Gleichstellung und den Schutz aller Geschlechtsidentitäten einsetzen.