Heute ist der 6.03.2026 und die politische Landschaft im Iran steht aufgrund der Ereignisse rund um den Tod von Ayatollah Ali Khamenei im Fokus. Der Oberste Führer des Iran wurde Berichten zufolge durch US-Israeli-Luftangriffe getötet, was nicht nur internationale Spannungen verstärkt, sondern auch in der Welt der Vorhersagemärkte für Aufregung sorgt. Die Handelsplattform Kalshi, die einen Markt für Wetten auf Khameneis Absetzung offerierte, sieht sich nun massiver Kritik ausgesetzt, nachdem sie sich geweigert hat, Gewinne auszuzahlen. Dies geschah, obwohl die Plattform zuvor für die Wette auf Khameneis Tod geworben hatte.

Die Nutzer waren überzeugt, sie hätten mit ihren Einsätzen gewonnen, da sie auf eine Absetzung Khameneis gewettet hatten. Doch Kalshi berief sich auf interne Richtlinien, die Märkte, die direkt mit dem Tod in Verbindung stehen, ausschließen. Diese „Death Carveout“ sorgt für Verwirrung und Unmut, da viele Nutzer nicht ausreichend über die Regelung informiert waren. Kritiker werfen Kalshi vor, die Regeln nachträglich geändert zu haben, was zu einem enormen Vertrauensverlust geführt hat. Ein Nutzer, der 72,90 Dollar gesetzt hatte, erwartete eine Auszahlung von 936 Dollar, erhielt jedoch lediglich 18,72 Dollar. Ein israelisch-amerikanischer Investor, der insgesamt 3.460 Dollar auf Khamenei gesetzt hatte, sah sich mit einem eingefrorenen Handel konfrontiert und hoffte auf einen Gewinn von über 63.000 Dollar.

Unklarheiten und Regelverstöße

Kritik an Vorhersagemärkten wie Kalshi ist nicht neu. Der Vorwurf des Insiderhandels und der Mangel an Regulierung werden häufig geäußert. Kalshi hatte kürzlich zwei Fälle von Insiderhandel geschlossen, während OpenAI einen Mitarbeiter wegen ähnlicher Vorwürfe entließ. Die Unklarheit der Regeln, insbesondere die erwähnte „Death Carveout“, wurde nun erneut in Frage gestellt. Nach dem tödlichen Angriff auf Khamenei blieb der Markt aktiv, auch nachdem erste Berichte über seinen Tod eintrafen, was die Nutzer zusätzlich verunsicherte.

Die Plattform hatte den Markt aktiv beworben und die Quoten schnell ansteigen lassen, bevor sie schließlich erklärte, dass die Auszahlungen auf Basis des letzten Handelskurses vor Khameneis Tod durchgeführt würden. CEO Tarek Mansour verteidigte diese Entscheidung in sozialen Medien und entschuldigte sich für die unklare Kommunikation, versprach jedoch zugleich, dass die Plattform Verbesserungen vornehmen würde. Währenddessen hat Kalshi auch zugesagt, alle Gebühren und Nettolosen zu entschädigen.

Im Schatten der Regulierung

<pDie Kontroversen rund um Kalshi werfen auch größere Fragen zur Regulierung von Vorhersagemärkten auf. Ein Urteil aus Massachusetts könnte die Definition von „Swap“ im Commodity Exchange Act (CEA) einschränken und dazu führen, dass Vorhersagemärkte den Glücksspielgesetzen der Bundesstaaten unterliegen. Diese Thematik wird durch die Vorfälle bei Kalshi nur verstärkt, da die Plattform möglicherweise bald mit strengeren Vorschriften konfrontiert wird, die ihre Arbeitsweise erheblich beeinflussen könnten.

Ein Bundesrichter in Nevada hatte bereits entschieden, dass Kalshi die staatlichen Glücksspielbestimmungen einhalten muss. Wenn weitere Gerichte folgen, könnte dies die Zukunft der Plattform und ähnlicher Anbieter gefährden. Die regulatorischen Anforderungen könnten die Marktliquidität einschränken und die Möglichkeit für neue Anbieter, wie DraftKings und FanDuel, in den Vorhersagemarkt einzutreten, erheblich erschweren.

In der Zwischenzeit hat die Konkurrenz auf dem Vorhersagemarkt, wie Polymarket, eine andere Strategie verfolgt. Polymarket hat den Khamenei-Markt nicht eingefroren und betont, dass Vorhersagemärkte wertvolle Werkzeuge für präzise Vorhersagen sind. Während Kalshi mit internen Herausforderungen kämpft, zeigt Polymarket, dass es auch anders geht.