In einem aktuellen Interview mit der italienischen Tageszeitung Corriere della Sera hat der Verteidigungsminister Guido Crosetto deutlich gemacht, dass der Krieg im Iran „nicht unser Krieg“ sei. Crosetto betonte Italiens Engagement für eine diplomatische Lösung des Konflikts und verwies auf die klaren Worte von Premierministerin Giorgia Meloni, die im Parlament bekräftigte, dass Italien nicht Teil des Krieges sei. Diese Aussagen erfolgen vor dem Hintergrund eines Raketenangriffs auf eine italienische Militärbasis in Erbil, Irak, und als Reaktion auf die Vorwürfe der italienischen Opposition, die Regierung sei „unterwürfig“ gegenüber den USA. Crosetto stellte die provokante Frage: „In den Krieg mit den USA, Russland, Iran ziehen?“, und äußerte Bedenken, dass Italien keine Beweise hat, um die Warnungen der USA und Israels bezüglich der iranischen nuklearen Bedrohung zu bewerten. Er hob hervor, dass es in dieser angespannten Lage wichtig sei, strategische Allianzen aufrechtzuerhalten und die Eskalation des Konflikts zu verhindern. Insbesondere forderte er Europa auf, ähnlich wie Indien und China, Schiffe aus nicht kriegsführenden Ländern durch die strategisch wichtige Straße von Hormuz passieren zu lassen, durch die 20 Prozent der weltweiten Gas- und Ölversorgung verlaufen. Zudem arbeitet Italien daran, bürokratische Entscheidungen der EU auszusetzen, die die Energiekosten um 40 Prozent erhöhen würden (Breitbart).
Am 11. März 2026, während einer Pressekonferenz im Transatlantico-Korridor der Abgeordnetenkammer in Rom, äußerte Crosetto, dass „dies ein Krieg ist, den, wie Präsident Meloni sagte, niemand wollte“. Er betonte die Notwendigkeit, die verheerenden Auswirkungen des Krieges zu managen, ohne dass diese negative Folgen für Italien haben. Crosetto sieht die Stärke Italiens als Grundlage für den Einfluss auf europäischer Ebene und schlug vor, Hormuz vom Krieg zu entkoppeln, was als potenzieller Erfolg gewertet werden könnte. Außerdem hob er hervor, wie wichtig es sei, Probleme in multilaterale Gremien zu bringen, um eine gemeinsame Lösung zu finden. Diese Aussagen sind Teil einer breiteren Diskussion, in der auch eine mögliche Übereinstimmung mit der Opposition zu Resolutionen nach den Mitteilungen von Premierministerin Giorgia Meloni thematisiert wurde (La Presse).
Historische Verbindungen zwischen Italien und Iran
Die Beziehungen zwischen Italien und Iran sind historisch tief verwurzelt und reichen bis in die Antike zurück. Solche politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Kontakte, die zwischen dem Perserreich und dem Römischen Reich sowie später zwischen Persien und italienischen Stadtstaaten wie Genua und Venedig bestanden, prägen die Basis der heutigen Diplomatie. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Italien und der Iran unter Schah Mohammad Reza Pahlavi enge Verbündete. Doch die islamische Revolution 1979 führte zu einem abrupten Abbruch dieser engen Beziehungen, auch wenn diplomatische Kontakte weiterhin bestehen blieben.
Der Iran entwickelte sich zu einem wichtigen Erdöllieferanten für Italien, bevor westliche Sanktionen aufgrund des iranischen Atomprogramms die Wirtschaftsbeziehungen belasteten. Bis 1978 waren die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen stark, mit etwa 15.000 italienischen Fachkräften im Iran. Die italienische Präsenz dort ist jedoch seit der Revolution stark gesunken, während heute etwa 20.000 Menschen iranischer Herkunft in Italien leben. Die Beziehungen sind jedoch nicht vollständig erloschen; kulturelle und gesellschaftliche Kontakte zwischen den beiden Ländern bestehen seit langem, unterstützt durch den Austausch in Kunst, Wissenschaft und Bildung. So gibt es in Teheran ein Italienisches Kulturinstitut, während in Rom das Kulturinstitut der Islamischen Republik Iran aktiv ist (Wikipedia).