Heute ist der 23.02.2026 und die Lage im Iran bleibt angespannt. Am vergangenen Wochenende brachen an mindestens sieben Universitätscampus landesweite Proteste aus, die ersten größeren seit der gewaltsamen Niederschlagung der letzten Unruhen im Januar. Laut der Human Rights Activists News Agency (HRANA) kamen dabei schätzungsweise 7.000 Menschen ums Leben, während die iranische Regierung nur 3.117 Todesfälle meldete und seitdem keine aktualisierte Zahl veröffentlicht hat. Menschenrechtsaktivisten vermuten, dass die tatsächliche Zahl der Opfer deutlich höher ist, während Präsident Donald Trump sogar von 32.000 Toten sprach, ohne eine Quelle anzugeben. Die Versammlungen der Studenten waren von Slogans gegen das Regime geprägt, wie „Frauen, Leben, Freiheit“ und „Tod Khamenei“. Besonders an der Ferdowsi-Universität in Massad und der Universität Teheran kam es zu Auseinandersetzungen zwischen den Demonstranten und pro-regime „Studenten“, viele von ihnen Mitglieder der Basij-Milizen.
Die Situation wird zusätzlich durch gewaltsame Übergriffe von Sicherheitskräften und pro-regime Gruppen verschärft. Bewaffnete Männer auf Rollern, oft ohne Uniform oder Abzeichen, scheinen in den Protestgebieten präsent zu sein und verbreiten Panik unter den Demonstrierenden. Diese Männer könnten Basidsch-Anhänger sein, die ihre Macht demonstrieren und die Proteste noch weiter unterdrücken. Die Basidsch, eine paramilitärische Miliz, ist unter anderem dafür bekannt, Proteste brutal niederzuschlagen. Sie wurde nach der islamischen Revolution 1979 gegründet und verfügt über etwa 150.000 Kämpfer, die aus ärmeren Schichten der Bevölkerung rekrutiert werden. Ihre Aktionen sind nicht immer durch eine offizielle Kommandostruktur legitimiert, was sie besonders unberechenbar macht.
Proteste und staatliche Repression
Die Proteste setzen sich am Montag an mindestens sechs Universitätscampus fort, und Studenten versuchen, Videos ihrer Demonstrationen auf Social Media zu posten, um der Informationskontrolle des Regimes zu entkommen. Die iranische Führung hat in der Vergangenheit immer wieder brutal gegen Protestierende vorgegangen. Amnesty International dokumentiert willkürliche Massenfestnahmen, das Verschwindenlassen von Personen und systematische Einschüchterung. Im Februar 2026 droht mindestens 30 Personen, darunter Minderjährige, die Hinrichtung. Die Verfahren sind oft von Folter und unfairen Bedingungen geprägt, wobei die Angeklagten beschuldigt werden, während der Proteste im Januar Straftaten begangen zu haben.
Die UN hat das Mandat für eine Untersuchungsmission im Iran vor kurzem um zwei Jahre verlängert, was die internationale Besorgnis über die Menschenrechtslage im Land unterstreicht. Deutschland und vier weitere Länder beantragten eine Sondersitzung des UN-Menschenrechtsrates. Der UN-Sonderberichterstatter für Iran schätzt die Zahl der Todesopfer während der Proteste auf mindestens 5.000, möglicherweise sogar bis zu 20.000, was die Dimension der Gewalt und Repression im Land verdeutlicht. Raha Bahreini von Amnesty International fordert ein Ende der Spirale aus Blutvergießen und Straflosigkeit, die die iranischen Behörden durch massenhaft rechtswidrige Tötungen aufrechterhalten.
Ein Blick in die Zukunft
Die erneuten Proteste im Iran sind ein Zeichen für den anhaltenden Widerstand gegen die islamische Republik und deren repressives Regime. Die Studenten haben durch die wahrgenommene Schwäche des Regimes den Mut gefunden, sich erneut zu erheben, und ihre Stimmen für Freiheit und Gerechtigkeit zu erheben. Während die internationalen Gemeinschaft weiterhin die Lage beobachtet, bleibt abzuwarten, wie die iranische Regierung auf diesen neuen Aufstand reagieren wird. Die kommenden Tage und Wochen könnten entscheidend für die Zukunft des Landes sein, und die Welt schaut gespannt auf die Entwicklungen im Iran.



