Heute ist der 25.02.2026. Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz hat am Mittwoch in Peking eine bedeutende Reise begonnen, die auf die Vertiefung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und China abzielt. Merz, der eine Delegation von etwa 30 Personen anführt, hat betont, dass Deutschland eine „faire“ Zusammenarbeit mit China anstrebt. Während dieser zweitägigen Agenda, die bis Donnerstag dauert, sind Treffen mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping und Premier Li Qiang geplant. Dies ist Merz‘ erster Besuch in China als Bundeskanzler, und er wurde mit militärischen Ehren im Großen Saal des Volkes empfangen. Der Kanzler wies darauf hin, dass China als große Macht anerkannt werden muss und die deutsche China-Politik entsprechend angepasst werden sollte. Der Handelsungleichgewicht zwischen den beiden Ländern ist ebenfalls ein zentrales Thema, da Deutschland mehr als doppelt so viel aus China importiert, wie es exportiert. (Quelle)
Die Gespräche zwischen Merz und Li Qiang werden vor dem Hintergrund eines sich verändernden globalen Handelsumfelds geführt. Li Qiang forderte Deutschland auf, den freien Handel zu unterstützen, und verwies auf die Handelsrichtlinien von Präsident Donald Trump. Es wird erwartet, dass Merz auch die Bedenken hinsichtlich der Handelsbilanz ansprechen wird. Die europäische Handelskommissarin Maro Šefčovič hat bereits vor Chinas wachsender Dominanz in Schlüsselindustrien gewarnt. Die deutsche Wirtschaft steht unter Druck durch die Konkurrenz chinesischer Hersteller, und Merz ist sich dessen bewusst. Die Delegation umfasst Unternehmen wie Volkswagen und BMW, die sich ebenfalls mit den Herausforderungen des chinesischen Marktes konfrontiert sehen. (Quelle)
Wirtschaftliche Herausforderungen und Chancen
Die wirtschaftliche Beziehung zwischen Deutschland und China bleibt komplex. China ist derzeit Deutschlands größter Handelspartner, aber die Handelsbilanz ist stark zugunsten Chinas verschoben, mit einem Defizit von etwa 87,6 Milliarden Euro. Die Prognose für deutsche Importe aus China liegt für 2025 bei rund 168 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 7,1% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Gleichzeitig wird jedoch ein Rückgang der Exporte nach China um 10,6% auf 80,4 Milliarden Euro erwartet. Chinas Anteil an den deutschen Gesamteinfuhr steigt auf 12,2%, wobei rund 3% der Einfuhr als kritisch gelten, insbesondere bei Rohstoffen und chemischen Vorprodukten. (Quelle)
Die Gespräche zwischen Merz und den chinesischen Führungspersönlichkeiten sind ein Schritt in Richtung einer stabileren und faireren wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Merz hat bereits die Notwendigkeit einer offenen Kommunikation betont und fordert eine faire Zusammenarbeit. Auch die chinesischen Staatsmedien heben das Potenzial der EU-China-Zusammenarbeit als stabilisierende Kraft im globalen Handel hervor. Trotz der Herausforderungen, die sich aus der Wettbewerbsintensität und den wirtschaftlichen Bedingungen in China ergeben, könnte die Zusammenarbeit beiden Ländern zugutekommen. (Quelle)
Insgesamt zeigt der Besuch von Friedrich Merz in China, dass Deutschland bestrebt ist, die wirtschaftlichen Beziehungen mit einer der größten Volkswirtschaften der Welt zu vertiefen, während gleichzeitig die Herausforderungen der globalen Wirtschaft und die Notwendigkeit einer fairen Handelsordnung berücksichtigt werden müssen.



